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Bau einer Schwertscheide (Gelesen: 114335 mal)
Ares Hjaldar de Borg
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #30 - 24.03.10 um 19:21:03
 
Ich schaue mich noch mal um, leider hat nicht mal der Meister persönlich was über Scheidenbezüge aus Leinen geschrieben...
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Skelmir
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #31 - 25.03.10 um 03:33:21
 
Im Hafen von Haithabu sind mehrere Schwerter und Scheiden gefunden worden. An einigen hat man Gewebereste gefunden. Allerdings stammen die nicht aus dem 13.  Smiley   

Aber falls es doch jemanden Interessiert...zu finden ist der Exkurs in:  die Textilfunde aus der Siedlung und aus den Gräbern von Haithabu.
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Jaegoor
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #32 - 14.04.10 um 10:39:44
 
Hi Ares,

das Schwert Joyeuse taucht bei der Schlacht um Allischanz ganz plötzlich wieder auf, nachdem es lange als verschollen galt und viele wechselnte Besitzer hatte. Nachzulesen bei Wolfram von Eschenbachs Willehalm.
Es dürfte zu der Zeit schon nahezu eine antike Waffe gewesen sein. Kein Wunder also wenn es immer mal wieder verändert wurde.
Übrigens auch August der starke bekam mehrere Hochwertige Katanas geschenkt, welche er kurzerhand umbauen lies.
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Ares Hjaldar de Borg
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #33 - 14.04.10 um 11:00:44
 
Jaegoor schrieb am 14.04.10 um 10:39:44:
Übrigens auch August der starke bekam mehrere Hochwertige Katanas geschenkt, welche er kurzerhand umbauen lies.


Nicht schlecht - sind die erhalten? Im Hochbarock kenne ich mich waffentechnisch nicht so aus.

Bevor wir zu sehr OT gehen: Hat jemand schon was zum Thema Leinenbezug gefunden? Meine Literatur schweigt dazu.
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #34 - 15.04.10 um 23:17:41
 
Zitat:
das Schwert Joyeuse taucht bei der Schlacht um Allischanz ganz plötzlich wieder auf, nachdem es lange als verschollen galt und viele wechselnte Besitzer hatte. Nachzulesen bei Wolfram von Eschenbachs Willehalm.


Das ist ja spannend... Ich wußte gar nicht, daß die Waffe sogar in hochmittelalterliche Romane eingang gefunden hat!
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Jaegoor
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #35 - 17.04.10 um 08:28:31
 
Hi Ares,

ja die Schwerter sind erhalten. Man kann sie im Dresdner Zeughaus (Zwinger) bewundern. Einige sind wohl auch im grünen Gewölbe. Es war wohl gängige Praxis ältere Schwert zu pimpen und der jeweiligen Zeit anzupassen.
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Jeanne de Beaumont
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #36 - 17.04.10 um 17:39:12
 
Das mit Sicherheit. Das Problem besteht dann immer darin, die verschiedenen Umbauten zu fassen und korrekt zu datieren. Diese sind daher immer schwierig in der Beurteilung.

Bei Deinem Beispiel kommt erschwerend hinzu, daß Katanas aus einem völlig anderen Kulturkreis eingebracht wurden.
Mal ganz davon ab befinden wir uns bei August dem Starken im 17. und 18. Jh - der gute Mann war ein Zeitgenosse Goethes - dies Beispiel hilft uns daher in diesem Zusammenhang wohl leider nicht weiter.
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Pierre
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #37 - 27.05.10 um 20:49:21
 
Nsachdem die Diskussion hier etwas abgeschweift ist, baue ich auch noch eine Zusatzfrage ein.

Und zwar zu den Bändern um die Schwertscheide. Hier heißt es meist, die weißen Bänder würden für die Reinheit des Ritters stehen. Ich habe aber auch aus privater Quelle die Info, daß Schwertscheiden auch mit Bändern in Wappenfarben umwickelt wurden. Ich glaube das schon angedeutet auf alten Bildern gesehen zu haben, wenn das nicht einfach nur der Gürtel sein sollte der farbig abgebildet wurde. Wurde das wirklich gemacht und wenn ja, wurden diese ähnlich zum weißen Band gewickelt? Bei meiner Darstellung wäre das dann ein gelbes und ein blaues Band.

Und dann noch eine Frage zum Leder: ich habe dunkelbraunes Leder mit rauer Oberfläche (wie Wildleder, weiß leider nicht genau welches Leder es ist, da ich dies als Rest von einer Freundin bekommen habe). Kann man das auch für eine Schwertscheide verwenden, oder würdet Ihr lieber glattes Leder nehmen?
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Æthelweard
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #38 - 27.05.10 um 21:09:00
 
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, wolltest du deine Darstellung in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts ansiedeln. Zu dieser Zeit entsteht die Heraldik erst. Natürlich ist es denkbar, daß Ausrüstungsteile farblich passend zum Wappen gestaltet wurden. Aber bevor ich das in eine Darstellung aufnehmen würde, würde ich nach Belegen suchen. Bis dahin empfehle ich einfach das weiße Band zu nehmen, denn das ist belegt.
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Balian de Ibelin
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #39 - 25.11.10 um 14:30:22
 
ahja,...da wollte ich auch grad nochmal nachhaken. Smiley
Dieser weiße Schwertgurt, wie sehen da die Belege aus? Denn in Handschriften sieht man ja auch genug die weder nach naumburger Art, noch weiß sind. Gibt es da auch Schriftquellen oder Funde? Denn sonst wäre es ja auch denkbar, dass es bloß bei vielen Künstlern gängig war die Ritter mit diesem Atribut auszustatten, ohne dafür reale Vorlagen zu haben? So oder so werde ich meinen weiß machen, da mir die Idee super gut gefällt, ritterlich! Durchgedreht
würde mich nur einfach mal interessieren.

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Benny
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #40 - 26.11.10 um 10:17:36
 
Also zumindest im hrr war man da bis ca. mitte 13. recht puristisch. (wobei´s natürlich auch hier Ausnahmen gibt.)
Weiss und verschluss über die gespleißten enden des Gürtels.
Ab 1250 kommt der klassische schwertgurt dann auch hier langsam aus der Mode und man sieht wieder mehr braune und schwarze Gürtel mit Schnalle.
In anderen ländern waren aber auch schon früher verschiedenste Aufhängungen populär, da muss man immer sehr auf die Ortsherkunft der Quelle achten.
Kann in dem zusammenhang nur "Fibel und Gürtelmode der Hochgotik empfehlen".

@Pierre:
Wenn du ende 12. anstrebst, ist ein schwertgurt in Wappenfarben nichts für dich.
Das gesamte Wappenwesen ist um die Zeit noch nicht so hoch entwickelt.
Du solltest bei der Gelegenheit auch deinen Mi-Parti-Waffenrock ausmustern.
Ich weiss, die Teile werden gern als typisch hochmittelalterlich betrachtet.
Tatsächlich kommt der Waffenrock erst gegen Ende des 12. Jhdt. so ganz langsam aus outremer nach europa und da zuerst nach Frankreich.
Dieser frühe Waffenrock ist noch einfarbig und meist etwa wadenlang. Die meisten (auch ritterlich gerüsteten) kämpfer tragen aber weiterhin nichts über der Kette.
Im 13. wird der Waffenrock bunt, aber ohne jeden heraldischen bezug und weiterhin einfarbig. Die beliebte Kreuzfahrebibel zeigt Waffenröcke in allen möglichen farben ohne irgendeinen Bezug zur zugehörigkeit.
Im letzten Drittel des Jhdt. kommt in Frankreich die mode auf das Wappen auf dem Waffenrock zu tragen, in Deutschland kenne ich vor 1300 nichts dergleichen.
Mi-parti-Waffenröcke kenne ich selbst zu unserer Zeit (1288) nur für Städtisches Kriegsvolk.
Dein eventuelles Wappen trägst du auf dem Schild und der Pferdedecke, wenn du denn eines hast.
Der normale Junker, der als zweit- oder drittgeborener Sohn kein anrecht auf ein erbe hatte und bei einem Herrn gegen (standesgemäße) unterbringung und versorgung in Dienst stand, hatte kein Wappen und ich kenne jetzt vor 1300 auch keinen beleg aus Deutschland, dafür das Haustruppen das Wappen ihres Dienstherren auf dem Schild tragen.
Also, am besten Waffenrock entweder weglassen, weiß oder einfarbig.
Beim Schild, wenn du einen Herrn oder seinen erstgeborenen darstellst, das Wappen, sonst auch hier einfach eine Farbe deiner Wahl (wobei ich jetzt bei schilden nicht weiss, wie´s da im 12. mit Mi-parti aussieht, da muss dir jemand anders helfen.)
Und als Schwertgurt empfielt sich der Naumburger typ.

Versteh das bitte nicht als Runtermachen deiner Darstellung. Du gibst dir Mühe, hinterfragst Dinge und informierst dich vorher, das ist schonmal mehr als bei 90% "der szene".
Aber diese Schachbrett-Waffenröcke sind einfach ein Mythos der Szene leider viel umhergeistert, und ich möchte nicht, dass du dem auch auf den Leim gehst.
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Balian de Ibelin
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #41 - 27.11.10 um 09:48:44
 
Mit welchem Holz sind denn für den Kern die besten Erfahrungen gemacht worden? Nadelholz würde ich mal ausschließen das es leicht splittert, vielleicht Esche?

Balian
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #42 - 28.11.10 um 22:26:42
 
Benny schrieb am 26.11.10 um 10:17:36:
Tatsächlich kommt der Waffenrock erst gegen Ende des 12. Jhdt. so ganz langsam aus outremer nach europa und da zuerst nach Frankreich.
Dieser frühe Waffenrock ist noch einfarbig und meist etwa wadenlang. Die meisten (auch ritterlich gerüsteten) kämpfer tragen aber weiterhin nichts über der Kette.
Im 13. wird der Waffenrock bunt, aber ohne jeden heraldischen bezug und weiterhin einfarbig.


Sorry, ist OT, aber das kann pauschal nicht so sagen:

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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #43 - 06.02.11 um 19:39:40
 
hm.. da möchte ich mal wieder auf die reinen basics zurückkommen...

welches holz nimmt man idealer weise für die scheide?
klar, 99% der modernen werden aus fichte sein, aber was wäre historisch gesehen 1. wahl?

zum schwertgurt: welche der genannten bindungen kann ich denn jetzt nehmen?
mir persönich gefällt die erste beschriebene anleitung am besten, die mit der schnalle und den 3 angenähten riemen mit messingring.
ollis version mit dem weißen leder zum knoten find ich zwar optisch am schönsten, ist mir aber etwas zu komplex und das geknote ist mir zu unsicher, ich würde eine schnalle bevorzugen.
aber um geschmack gehts ja nicht, war wäre die richtige wahl bzw. was wäre vertretbar, wenn auch nicht perfekt?
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Jeanne de Beaumont
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Re: Bau einer Schwertscheide
Antwort #44 - 07.02.11 um 10:50:22
 
Was den Verschluß betrifft, wirf mal einen Blick auf die Herren im Posting über Dir... Die Abbildungen aus unserer Zeit, die ich bisher bewußt wahrgenommen habe, zeigen alle eine solche Knottechnik auf. Mit Doppelknoten in Leder ist das übrigens kein Ding. Das hält sicher.
...Es sei denn ein oller Wiki schlägt drauf, bringt den Ritter zu fall, der landet auf der Scheide und der Riemen reißt an einer Schwachstelle...
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