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Gutenberg-Bibel auf Reisen (Gelesen: 2153 mal)
Ares Hjaldar de Borg
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a furore normannorum libera
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Gutenberg-Bibel auf Reisen
26.05.10 um 13:04:19
 
Zitat:
25-Millionen-Versicherung

Gutenberg-Bibel auf Reisen


Sie wird von einer spezialisierten Firma verpackt, im gefederten Transporter zum Flughafen gefahren und bekommt im Flieger einen eigenen Platz: die wohl wertvollste Gutenberg-Bibel reist zum ersten Mal, hoch versichert, ins Ausland.

320 Ziegenhäute, tausende von Gusslettern und eine selbst erfundene Spindelpresse - mit dem ersten Druck der Bibel hat Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert Kulturgeschichte geschrieben. Jetzt geht das vielleicht wertvollste erhaltene Exemplar erstmals auf Reise ins Ausland. Die Staatsbibliothek in Berlin verleiht ihr sonst sorgsam gehütetes Prachtexemplar an Südkorea. Versicherungswert: 25 Millionen Euro.

"Unsere Gutenberg-Bibel wird das Glanzstück bei einer Ausstellung mit Dokumenten des Weltkulturerbes in Seoul sein", sagt Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf. "Das freut uns besonders, weil dort wichtige Zeugnisse der Menschheit aus Europa und aus Asien zusammengeführt werden."

Penible Planung

Seit dem vergangenen Jahr laufen die Vorbereitungen, zwei Wissenschaftler aus Südkorea waren zu den Absprachen hier, alles ist penibel geplant: Der schwere Lederband wird von einer auf Museumsschätze spezialisierten Firma eigens verpackt, in einem besonders gefederten Transportwagen zum Flughafen gebracht und bekommt in der Maschine einen eigenen Sitz neben Schneider-Kempf. Am 29. Mai geht's los.

"Ich bin dabei. Aber ich bin zum Glück nicht für die Sicherheit verantwortlich - das würde mich sehr viele schlaflose Nächte kosten", sagt die Stabi-Chefin. 180 Exemplare hat Gutenberg zwischen 1452 und 1454 von der Heiligen Schrift gedruckt - und mit seiner "Schwarzen Kunst" eine Medienrevolution ausgelöst. Der spätere Papst Pius II. schrieb bewundernd, er habe einen "erstaunlichen Mann" kennengelernt, der Bibelseiten "in höchst sauberer und korrekter Schrift ausführt, nirgendwo nachgemacht".

Das Berliner Exemplar ist am schönsten

Statt der bis dahin üblichen Holzstempel für Wörter oder Textteile hatte der Mainzer Patriziersohn Gutenberg bewegliche und immer wieder verwendbare Metall-Buchstaben erfunden. Vier Druckseiten seiner 42-Zeilen-Bibel passten auf eine zu Pergament verarbeitete Schafs- oder Ziegenhaut.

49 Exemplare des insgesamt 1282 Seiten starken Werkes sind bis heute erhalten, fünf davon auf dem wertvollen Pergament. Der Doppelband in Berlin gilt laut Staatsbibliothek in der Fachliteratur als das schönste Exemplar, weil er außerordentlich reich ausgemalt und besonders gut erhalten ist.

"Der erste Besitzer - womöglich einer der Markgrafen von Brandenburg - hat das Buch wie eine Kostbarkeit behandelt. Die Leute damals hielten es für ein Wunder", sagt der Leiter der Handschriftenabteilung in der Stabi, Professor Eef Overgaauw, der den ungewöhnlichen Buchverleih vorbereitet hat.

Bibel bekommt eigenen Raum

In Seoul wird die Gutenberg-Bibel zusammen mit rund 100 anderen Kulturschätzen aus aller Welt zu sehen sein. In der Ausstellung, die vom Staatspräsidenten eröffnet wird, bekommt sie einen eigenen Raum und liegt - sicher ist sicher - in einer Vitrine aus Panzerglas.

Wichtig ist aber vor allem, dass die international vereinbarten Bedingungen für die Präsentation wertvoller Kunstschätze eingehalten werden. Die Raumtemperatur muss konstant zwischen 18 und 23 Grad liegen, die relative Luftfeuchtigkeit soll 44 bis 55 Prozent betragen und die Beleuchtung der Vitrine darf nicht heller sein als 50 Lux. "Licht und Luft sind eine Gefahr. Deshalb können wir die Bibel auch nicht dauerhaft zeigen", sagt Schneider-Kempf.

Ab 2014 dauerhaft zu sehen

In Deutschland war das wertvolle Stück seit Ende des Krieges erst einmal öffentlich zu sehen - vor zehn Jahren bei einer Ausstellung in Göttingen. Erst 2014, wenn die Staatsbibliothek in ihrem renovierten Stammsitz Unter den Linden eine eigene Schatzkammer hat, soll sie dauerhaft zu sehen sein.

Bis dahin müssen Interessenten ein besonderes wissenschaftliches oder persönliches Interesse an dem Buch nachweisen, um es vorgeführt zu bekommen. "Dem Bundespräsidenten würden wir es natürlich zeigen", sagt die Bibliothekschefin.


Quelle

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